Open.med

Angebot der Kontaktstelle

Das Ziel des Projektes open.med in München ist die gesundheitliche Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung. Die Anlaufstelle bietet Zugang zu einer medizinischen Basisversorgung, zu weiterführender medizinischer Behandlung, Prävention und Beratung. Die Beratung zielt u.a. darauf ab eine (Wieder-)Eingliederung in das Krankenversicherungssystem zu erreichen

In Anspruch genommen wird das Angebot vor allem von Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus und von EU-Bürger/-innen in schwieriger Lage, aber auch von deutschen Staatsbürger/-innen, die sich keine Krankenversicherung leisten können.

Open.med bietet zweimal wöchentlich eine offene Sprechstunde in der Anlaufstelle im Zentrum Münchens an. Zusätzlich werden spezifische Sprechstunden für Kinder und Jugendliche, Frauen und Schwangere sowie chronisch erkrankte Menschen angeboten.

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Open.med München: Zielgruppe von open.med sind Menschen ohne Krankenversicherungsschutz. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 2013 leben in Deutschland knapp 140.000 Menschen ohne Krankenversicherung. Mit rund 35.000 befinden sich unter den knapp 140.000 Nicht-Versicherten auch relativ viele Selbständige: wegen zu schlechter Geschäftslage oder ausbleibenden Kundenzahlungen können sie sich keine Versicherung leisten. Ohne Versicherungsschutz sind aber oft auch geringfügig Beschäftigte oder Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus. Aber selbst für Menschen mit Ausweispapieren ist manchmal der Zugang zur Gesundheitsversorgung nicht gewährleistet. Insbesondere EU-Bürger(inn)en aus Bulgarien und Rumänien, die hier rechtmäßig aber in sehr prekären Verhältnissen leben, können sich eine Krankenversicherung aufgrund ihres niedrigen Einkommens oft nicht leisten.

Menschen ohne Versicherungsschutz leben ständig mit der Angst krank zu werden. Häufig gehen kranke Menschen gar nicht oder erst sehr spät zum Arzt mit der Folge, dass Erkrankungen verschleppt oder chronisch werden. Initiiert von Ärzte der Welt e.V. bietet das Projekt open.med diesen Menschen seit 2006 unabhängig von ihrer Herkunft sowie ihrem Aufenthaltsstatus einen niedrigschwelligen Zugang zur Gesundheitsversorgung in Form einer öffentlichen Sprechstunde. Zusätzlich zu einer allgemeinmedizinischen Sprechstunde umfasst das Angebot mehrere spezialisierte Sprechstunden, insbesondere für schwangere Frauen und Kinder, die jeweils zweimal im Monat stattfinden. Die Beratungen und Behandlungen sind immer kostenfrei und anonym. Durch den Einsatz von professionellen SprachmittlerInnen können die PatientInnen, falls notwendig in ihrer Sprache umfassend über ihr Krankheitsbild, ihre Diagnose und über Behandlungs- oder Präventionsmöglichkeiten aufgeklärt werden. Dadurch werden ihnen Angst und Unsicherheit in ihrer ohnehin schwierigen Situation genommen.

Über die eigenen Angebote hinaus kooperiert open.med mit ca. 80 FachärztInnen im Großraum München, die ehrenamtlich eine fachgerechte Weiterbehandlung ermöglichen. Ergänzend dazu bietet open.med sozialrechtliche Beratungen für die PatientInnen an, mit dem Ziel sie bei ihrem Einstieg in das reguläre Gesundheitssystem zu unterstützen.

Insgesamt sind rund 60 ehrenamtlich arbeitende Hilfskräfte und 24 Ärzte unter der Leitung einer Projektreferentin und einer hauptamtlichen Sprechstundenassistentin bei open.med im Einsatz. Im Jahr 2014 bewältigten sie gemeinsam knapp 1.900 Konsultationen. Darunter waren ca. 1.300 Beratungen aufgrund eines medizinischen Anliegens und ca. 600 Sozialberatungen. Im Vergleich dazu lag die Zahl der Konsultationen im Jahr 2009 bei nur 860. Auch im Jahr 2015 muss mit einem weiteren Anstieg der PatientInnenzahl gerechnet werden. Leider sind immer mehr Menschen auf das Angebot von open.med angewiesen.

Ohne das Engagement der verantwortlichen Projektreferentin und Projektassistentin sowie der tatkräftigen Unterstützung durch die ca. 60 ehrenamtlichen Helfer wäre das Projekt nicht durchführbar.

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